Lampedusa-Bündnis

 Aufruf für ein Aktionsbündnis zum Tag der Menschenrechte am 10.Dezember 2016 in Göttingen

 

Wir laden Euch ein zu einem ersten Austausch- und Koordinationstreffen am Do., den 20.10.2016 um 19:30 bei Arbeit und Leben, Lange Geismar Str. 72 Göttingen

Der Hintergrund:

Das Lampedusa-Bündnis Göttingen hat sich für eine bessere überregionale Vernetzung dem bundesweiten Bündnis welcome2stay (http://welcome2stay.org) angeschlossen. Ausgangspunkt ist die Erfahrung, dass unsere Stimmen des Willkommenheissens, der Solidarität und des Antirassismus im Geschrei von Obergrenzen, Grenzschließungen und des andauernden Mordens an den europäischen Außengrenzen zu wenig Gehör finden.

Auf dem letzten Treffen in Berlin waren deshalb wieder über 150 Geflüchtete, antirassistische Aktivist_innen, links Organisierte und viele verschiedene Menschen aus Willkommensinitiativen zusammen gekommen. Auf der Suche nach gemeinsamen Strategien und Vernetzungsmöglichkeiten sind wir einen kleinen Schritt weiter gekommen.

Uns hier in Göttingen hat aber insbesondere die Idee inspiriert, uns an einem bundesweiten Aktionstag zum Tag der Menschenrechte am 10. Dezember zu beteiligen. Hier würden wir gerne unser Engagement für das Recht zu kommen, zu bleiben und zu gehen sowie für gleiche politische und soziale Rechte, für eine volle Teilhabe am gesellschaftlichen und sozialen Leben, und zwar für alle Menschen, die hier leben – unabhängig davon, welchen Pass sie haben, auf die Straße, die Plätze und in die Säle tragen.

Dabei treiben uns zwei wesentliche Bausteine des Konzepts dieses dezentralen Aktionstages an:

Zum einen würden wir gerne den Reichtum und die Vielfalt des Willkommens, der Solidarität und des Antirassismus zum Ausdruck bringen. Sie stehen für uns für die Gesellschaft, für die wir eintreten, dessen Rückgrat wir sind und dessen Motor.Zum anderen aber wollen wir auch unsere Stimmen der Kritik hörbar werden lassen: unsere Kritik an den Zuständen und Politiken, die ein Willkommen so schwer machen (uns fallen Mindeststandards, Behördenwillkür, Sprachkursselektion,… ein), die ein hier bleiben immer wieder verhindern wollen (und Abschiebungen anordnen und durchführen), und die den Menschen, die hier ans Ende der Warteschlange gestellt werden, oft sogar die Rechte vorenthalten, auf die sie eigentlich schon jetzt einen Anspruch hätten – ganz zu schweigen von den Rechten, die ihnen offiziell vorenthalten werden.

Und zum dritten wollen wir nicht nur – denn natürlich wissen auch wir, dass viele die Anrufung der Menschenrechte nur dazu nutzen, in ihrem Auftrag Kriege zu führen – über die Zustände hier vor Ort sprechen. Themen sollten auch sein, was z.B. (!) durch den EU-Türkei Pakt an Unrecht geschieht, wie die Europäische Abschottungspolitik Unrecht, Tod und Elend produziert oder welche Menschenrechtsverletzungen in den Ländern begangen werden, aus denen Menschen zu uns fliehen.

Das alles wollen wir aber nicht aus uns heraus veranstalten, sondern wollen diese Idee des Aktionstags nutzen, um uns hier in der Region aktionsorientiert zu vernetzen und so den Stimmen des Willkommens, der Solidarität und des Antirassismus gemeinsam Gehör zu verschaffen.

Wir erhoffen uns damit, das Netzwerk des Willkommens, der Solidarität und des Antirassismus hier in der Region festigen zu können und dadurch die bundesweite Sichtbarkeit und politische Wirksamkeit unserer Bewegungen zu stärken.

Bitte kommt zu unserem Vorbereitungstreffen am 20.10. bei Arbeit und Leben.

Welcome2Stay – Willkommen zum Bleiben – Gleiche Rechte für Alle – never mind the papers!